Technisch, medizinisch und nah an Menschen im Dienst
Bei ihnen laufen die Fäden einer radiologischen Untersuchung zusammen: Fatma Ercan und Sonja Trubarac sind nach dreijähriger dualer Ausbildung nun frischgebackene Medizinisch-Technische Radiologieassistentinnen, kurz MTRA.
Im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen und im diagnostischen Brustzentrum des MVZ Jung-Stilling führen sie mit fundiertem Wissen eigenständig Untersuchungen durch, mit denen Bilder aus dem Inneren des Körpers erzeugt werden.
MTRA sind in der bildgebenden Diagnostik tätig und versorgen vom Säugling bis zum Erwachsenen Patienten jeden Alters. Sie arbeiten mit hochkomplexen technischen Geräten wie Computertomografen (CT) oder auch Magnetresonanztomografen (MRT), um verschiedenste Erkrankungen wie unter anderem Gefäßverschlüsse, Bandscheibenvorfälle und Tumoren sowie auch Fehlfunktionen und Knochenbrüche bildhaft darzustellen. Ferner sind MTRA auch in der Nuklearmedizin sowie in der Strahlentherapie bei Krebspatienten im Einsatz. Neben der strukturierten Dokumentation und einem stetigen Austausch mit den Ärztinnen und Ärzten nehmen sie, wenn nötig, Patientinnen und Patienten Ängste und sorgen dafür, dass die Untersuchungen so angenehm wie möglich für sie werden. Sonja Trubarac, die seit 17 Jahren an der Siegener Wichernstraße tätig ist und 2012 dort die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten abgeschlossen hatte, traf die Entscheidung für eine weitere Ausbildung bewusst: „Ich wollte mir unbedingt das technische Hintergrundwissen zu Strahlen und Magnetfeldern aneignen.“ Fatma Ercan, die seit 13 Jahren im Diakonie Klinikum arbeitet, erfüllte sich mit der Ausbildung ebenso einen Wunsch: „Ich habe schon lange darüber nachgedacht, jedoch waren die Schulen örtlich so weit entfernt, dass es aus familiären Gründen nicht für mich gepasst hat – bis ich von der MTRA-Schule in Lüdenscheid erfuhr.“ Am dortigen Märkischen Bildungscampus startete sie gemeinsam mit Sonja Trubarac 2022 in die duale Ausbildung. Das erste Jahr setzte sich sowohl aus theoretischem Unterricht als auch aus praktischen Einsätzen zusammen. Auf dem Lehrplan standen neben medizinischen Fächern auch mathematische und physikalische Inhalte. Im zweiten Jahr waren die beiden Frauen sechs Monate in der Radiologie, drei Monate in der Nuklearmedizin und drei Monate in der Strahlentherapie tätig. Das dritte Jahr verbrachten sie schwerpunktmäßig in der Schule, zur Vorbereitung auf die staatlichen Prüfungen. Unisono sagen die frischgebackenen MTRA, dass der Beruf medizinische, soziale und technische Komponenten vereint, was die Arbeit sehr abwechslungsreich gestalte: „Wir freuen uns, die Fachkenntnisse erlangt zu haben und würden uns immer wieder für diese Ausbildung entscheiden.“
Seit dem 1. Januar 2023 heißen Medizinisch-Technische Radiologieassistenten (MTRA) nun bundesweit Medizinische Technologen für Radiologie (MTR). Fatma Ercan und Sonja Trubarac zählen demnach mit zu einem der letzten Jahrgänge, die die Ausbildung mit der früheren Bezeichnung abgeschlossen haben. Die Umbenennung fand aufgrund des MTA-Reformgesetzes statt, um der Aufwertung des Berufs Rechnung zu tragen.
